02 May 2026, 04:16

Nordrhein-Westfalens Kampfmittelräumer entschärfen Tausende Bomben pro Jahr

Ein Mann in militärischer Uniform steht neben einer großen grünen Bombe in einem unordentlichen Raum mit Maschinen, Drähten und beleuchteten Wänden, mit Text unten.

Nordrhein-Westfalens Kampfmittelräumer entschärfen Tausende Bomben pro Jahr

Kampfmittelräumdienste in Nordrhein-Westfalen zählen zu den gefragtesten Deutschlands – Jahr für Jahr entschärfen sie Tausende Sprengkörper. Allein 2024 beseitigte der Kampfmittelbeseitigungsdienst (KBD) des Landes 7.266 Munitionsfunde, während die Spezialeinheit des Landeskriminalamts (LKA) rund 800 hochriskante Einsätze durchführte. Die Experten arbeiten unter extremem Druck, denn hier entscheiden Präzision und Konzentration oft über Leben und Tod.

Der KBD Nordrhein-Westfalen konzentriert sich vor allem auf Kriegsaltlasten: Im vergangenen Jahr räumte er 1.606 Bomben und 2.496 Granaten. Seine Hauptaufgabe besteht in präventiven Beräumungen vor Baumaßnahmen, um sichere Bodenverhältnisse zu gewährleisten. 2024 bearbeitete die Behörde über 35.500 Anfragen von Bauherren und Projektentwicklern.

Die USBV-Sprengstoffbeseitigungseinheit des LKA, seit 1981 im Einsatz, spezialisiert sich hingegen auf unkonventionelle Sprengsätze und Brandvorrichtungen. Das 15köpfige Team – darunter der Experte Andreas Otte – wird jährlich zu etwa 300 Entschärfungen in mehreren Bundesländern gerufen. Ihre Einsätze stützen sich auf ferngesteuerte Roboter und schwer gepanzerte Räumfahrzeuge, da alle Arbeiten aus der Distanz erfolgen müssen.

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Für Otte beginnt jeder Einsatz mit akribischer Vorbereitung. Sein Schutzanzug, verstärkt mit Kevlar und Keramikplatten, wiegt 40 Kilogramm und benötigt 15 Minuten zum Anlegen. Die Ausrüstung, die über 60.000 Euro kostet, ist überlebenswichtig. Doch trotz modernster Technik betont Otte: Die größte Gefahr sei Nachlässigkeit. Jeder Fehler, selbst der kleinste, könne tödlich enden.

KBD und LKA leisten damit einen unverzichtbaren Beitrag zur öffentlichen Sicherheit – sie räumen Tausende Sprengkörper, ermöglichen Bauprojekte und schützen die Region vor der latenten Bedrohung durch Blindgänger. Ihre Arbeit basiert auf hochmoderner Technik, strengen Protokollen und dem Können von Spezialisten wie Andreas Otte. Ohne ihren Einsatz wäre die Gefahr durch nicht explodierte Kriegsrelikte allgegenwärtig.

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