Nora Burgard-Arps dystopische Lesung in Bottrop verbindet Literatur mit Abtreibungsdebatte
Mats HartmannNora Burgard-Arps dystopische Lesung in Bottrop verbindet Literatur mit Abtreibungsdebatte
Öffentliche Lesung aus Nora Burgard-Arps dystopischem Roman Wir nicht am 26. September 2025 in Bottrop
Am 26. September 2025 findet in Bottrop eine öffentliche Lesung aus Nora Burgard-Arps dystopischem Debütroman Wir nicht statt. Veranstaltet wird die Lesung vom Gleichstellungsbüro der Stadt und steht im Zeichen des bevorstehenden Safe Abortion Day am 28. September. Die Autorin wird im Anschluss an die Lesung über die Themen reproduktive Rechte und staatliche Kontrolle in ihrem Werk sprechen.
Ihr Roman erzählt die Geschichte von Mathilda, einer Frau in einer Gesellschaft, in der die Regierung reproduktive Entscheidungen streng reglementiert. Zunächst schweigt sie zu den Ungerechtigkeiten um sie herum, doch als sie ungewollt schwanger wird, sieht sie sich zum Handeln gezwungen. Mathildas Kampf zeigt die extremen Maßnahmen auf, zu denen Frauen greifen, um die Selbstbestimmung über ihren eigenen Körper zu bewahren.
Die Lesung im Film Forum der VHS Bottrop ist kostenlos. Im Anschluss signiert Burgard-Arp Exemplare ihres Buches, die von der örtlichen Humboldt-Buchhandlung bereitgestellt werden. Neben öffentlichen Veranstaltungen besucht die Autorin auf Einladung von Lehrkräften auch Schulen und bietet dort ebenfalls unentgeltliche Lesungen an.
Abtreibung in Deutschland: Eine jahrhundertelange Debatte Seit dem 19. Jahrhundert wird in Deutschland über die Abtreibungsgesetze diskutiert. Noch immer ist der Schwangerschaftsabbruch nach § 218 StGB grundsätzlich strafbar. Zu den jüngsten Änderungen zählt die Abschaffung des Werbeverbots (§ 219a) im Jahr 2022, während die SPD-Grüne-Koalition weiterhin an Reformen arbeitet. Trotz des Drucks von Frauenrechtsorganisationen, medizinischem Fachpersonal und linken Parteien bremsen konservative und religiöse Kräfte die Fortschritte aus.
Der Safe Abortion Day, der 1990 erstmals begangen wurde, entstand als Kampagne für die Entkriminalisierung in Lateinamerika und der Karibik. Das Bottroper Gleichstellungsbüro setzt sich weiterhin für eine Liberalisierung des Rechts ein – im Einklang mit der globalen Forderung nach sicheren und zugänglichen Abbrüchen.
Fiktion und Realität: Ein Appell für Selbstbestimmung Die Veranstaltung in Bottrop verbindet Burgard-Arps literarische Warnung mit der aktuellen Debatte um reproduktive Rechte. Zwar gab es in Deutschland teilweise rechtliche Lockerungen, doch eine vollständige Entkriminalisierung steht noch aus. Die Lesung und Signierstunde bieten Gelegenheit, über den anhaltenden Kampf um körperliche Autonomie nachzudenken.






