13 March 2026, 14:16

Neue Missbrauchsvorwürfe gegen Paderborner Kardinäle erschüttern Erzbistum

Ein Buch mit Bildern und Texten, das die Geschichte der katholischen Kirche dokumentiert, einschließlich Fotos von ihren Räumen, Fluren und erhaltenen Artefakten.

Bischof von Paderborn Bentz bittet um Vergebung nach Missbrauchsstudie - Neue Missbrauchsvorwürfe gegen Paderborner Kardinäle erschüttern Erzbistum

Das Erzbistum Paderborn steht erneut wegen historischer Fälle sexuellen Missbrauchs in der Kritik. Nun gibt es auch Vorwürfe gegen den verstorbenen Kardinal Johannes Joachim Degenhardt sowie seinen Vorgänger, Kardinal Lorenz Jaeger. Eine Studie aus dem Jahr 2023 hatte das Ausmaß des Missbrauchs erstmals aufgedeckt; weitere Ermittlungen fördern weiterhin neue Fälle zutage.

Der Skandal innerhalb der deutschen katholischen Kirche war erstmals 2010 bekannt geworden. 2023 legte die Kanzlei Feigen und Graf einen Bericht zu Missbrauchsfällen in Paderborn zwischen 1941 und 2002 vor. Darin wurden 489 Opfer und 210 beschuldigte Täter identifiziert. Damals hatte die Kanzlei die Vorwürfe gegen Degenhardt als nicht glaubwürdig eingestuft.

Bis März 2026 hatten unabhängige Untersuchungen zwölf weitere Fälle sexualisierter Gewalt im Erzbistum bestätigt. Einige Ermittlungen laufen noch. Bischof Udo Markus Bentz räumte institutionelles Versagen ein und bat die Opfer um Vergebung. Die Erkenntnisse bezeichnete er als Beleg für systematische Vernachlässigung durch die Kirche.

Reinhold Harnisch, der Überlebende vertritt, begrüßte Bentz' Entschuldigung als Schritt zur Wiederherstellung der Würde der Betroffenen. Zudem unterstützte er Forderungen, öffentliche Plätze umzubenennen, die Degenhardt und Jaeger ehren – mit Verweis auf deren angebliche Rolle bei der Vertuschung von Missbrauch. Das Erzbistum kündigte unterdessen an, die Ermittlungen zu Degenhardts möglicher Verstrickung zu vertiefen.

Bis Donnerstag waren 93 Millionen Euro an Entschädigungszahlungen an Missbrauchsopfer der Kirche geflossen.

Das Erzbistum Paderborn hat sich zu weiteren unabhängigen Überprüfungen der Missbrauchsfälle verpflichtet. Bisher erhielten Überlebende Entschädigungen in Höhe von 93 Millionen Euro. Die Forderungen nach Umbenennung von Straßen, die mit Degenhardt und Jaeger verbunden sind, zeigen den anhaltenden öffentlichen Druck nach Aufarbeitung und Verantwortung.

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