Netzausbau in Deutschland: Wie gemeinsame Anschlüsse Milliarden sparen könnten
Henry BraunNetzausbau in Deutschland: Wie gemeinsame Anschlüsse Milliarden sparen könnten
Deutschlands Ausbau der erneuerbaren Energien belastet die Stromnetze
Der Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland setzt die Netzbetreiber unter Druck. Diese sehen sich mit einer wachsenden Nachfrage nach neuen Leitungen konfrontiert, um Wind- und Solarprojekte anzubinden. Ohne Gegenmaßnahmen könnten die Kosten und Ineffizienzen weiter steigen.
Das Energiewirtschaftliche Institut (EWI) an der Universität zu Köln hat Möglichkeiten untersucht, die Ausgaben für den Netzausbau zu senken. Derzeit belaufen sich die Kosten für den Anschluss erneuerbarer Energien auf 61 bis 180 Euro pro Kilowatt – in Regionen mit hohem Ökostromanteil sind die Gebühren besonders hoch. Bis 2045 könnten Investitionen in Höhe von 350 Milliarden Euro nötig werden, vor allem für den Ausbau der Verteilnetze, um die Einspeisung erneuerbarer Energien zu bewältigen.
Ein Lösungsansatz besteht darin, mehrere Erneuerbare-Energien-Projekte an gemeinsame Netzanschlusspunkte anzubinden. Durch die gemeinsame Nutzung von Anschlusskapazitäten für Solar- und Windparks ließen sich jährlich 1,8 Milliarden Euro an Ausbaukosten sparen. Zudem würde die durchschnittliche Netzauslastung steigen und der Bedarf an Abregelungen von Überschussstrom sinken.
Hinter den Anschlussstellen platzierte Batteriespeicher könnten zusätzlich dazu beitragen, Energieverluste zu verringern. Allerdings sind neue Geschäftsmodelle erforderlich, um solche Speicherlösungen zu finanzieren. Die Nettoeffizienzgewinne durch optimierte Anschlüsse werden auf 800 Millionen Euro pro Jahr geschätzt – mit dem Effekt, dass Verbraucher geringere Netzentgelte zahlen müssten.
Gemeinsam genutzte Netzanschlüsse und Speicherlösungen könnten die finanzielle Belastung durch den Ausbau der erneuerbaren Energien verringern. Gleichzeitig würden sie Energieverschwendung reduzieren und die Kosten für die Verbraucher senken. Ohne solche Maßnahmen wird es für Netzbetreiber zunehmend schwierig, die Nachfrage zu decken und gleichzeitig die Ausgaben im Griff zu behalten.






