27 April 2026, 20:18

Münster: Mieter zahlen bis zu 800 Euro mehr für Wärmepumpen – trotz Gesetzeslücken

Balkendiagramm, das die Stromerzeugung aus Wind und Sonne in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Münster: Mieter zahlen bis zu 800 Euro mehr für Wärmepumpen – trotz Gesetzeslücken

Mieter in Münster kämpfen mit drastisch gestiegenen Heizkosten, nachdem die Wohnungsbaugesellschaft LEG ein neues Contracting-Modell für Wärmepumpen eingeführt hat. Die Änderungen haben Empörung ausgelöst – bei manchen Haushalten steigen die jährlichen Ausgaben um mehrere hundert Euro. Kritiker werfen dem System vor, rechtliche Schlupflöcher auszunutzen, um Mieter vor Kosten zu schützen.

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Ines Rodriguez, eine Mieterin in der betroffenen Anlage, zahlt nun 2.486 Euro pro Jahr für die Heizung – 806 Euro mehr als zuvor mit ihrer Gasheizung. Grund ist die neue Preisstruktur von LEG, die 1,80 Euro pro Quadratmeter verlangt, weit über der Grenze von 0,50 Euro, die das Gebäudeenergiegesetz (GEG) vorsieht. Normalerweise begrenzt dieses Gesetz die Umlage von Modernisierungskosten auf Mieter, doch Contracting-Verträge umgehen diese Regelung.

Der Deutsche Mieterbund fordert dringend gesetzliche Reformen, um solche Praktiken zu stoppen. Maximilian Fuhrmann vom Landesverband Nordrhein-Westfalen kritisierte LEG scharf, weil das Unternehmen Contracting für Wärmepumpen auf einzelne Wohnungen anwendet – ein Vorgehen, das er als ungerecht bezeichnet. Gleichzeitig verteidigt der Bundesverband Wärmepumpe das Contracting als legitimes Modell, selbst für Gewerbeimmobilien und Einfamilienhäuser.

LEG hatte weitere Modernisierungen geplant, stoppte diese jedoch nach einem NDR-Bericht, der die massiven Kostensprünge aufdeckte. Zudem kann die Gesellschaft eigene Tochterfirmen für Wärmedienstleistungen gründen und so Ausschreibungen umgehen. Diese Flexibilität lässt Mieter kaum Handlungsmöglichkeiten gegen die steigenden Rechnungen.

Der Stopp der Sanierungen in Münster bringt zwar vorläufig Entlastung, doch die grundsätzlichen Probleme bleiben. Mieter wie Rodriguez müssen weiterhin deutlich höhere Heizkosten tragen. Ohne gesetzliche Änderungen könnten sich ähnliche Konflikte häufen, wenn immer mehr Vermieter auf Contracting-Modelle für energetische Sanierungen setzen.

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