17 June 2026, 17:06

Mindestlohn steigt nur moderat – Sozialverbände zeigen sich enttäuscht

Mindestlohn steigt ab Januar 2024 um 3,4%

Mindestlohn steigt nur moderat – Sozialverbände zeigen sich enttäuscht

Die Mindestlohnkommission Deutschlands hat eine moderate Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns beschlossen. Die Entscheidung folgt auf monatelange Debatten und bleibt hinter den Forderungen mehrerer Sozialverbände zurück. Arbeitgeber hatten zuvor vor stärkeren Anpassungen gewarnt und auf mögliche Arbeitsplatzverluste in Niedriglohnbranchen hingewiesen.

Die Kommission einigte sich auf eine Anhebung des Mindestlohns um 28 Cent pro Stunde ab dem 1. Juli 2024. Eine weitere Erhöhung um 41 Cent pro Stunde tritt am 1. Januar 2025 in Kraft. Die Abstimmung verlief nicht einstimmig und spiegelte die gespaltenen Meinungen unter den Mitgliedern wider.

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Heike Herrig, Vorsitzende des VdK-Sozialverbands in Solingen-Remscheid, berechnete die Auswirkungen für Beschäftigte. Ein Vollzeitbeschäftigter zum Mindestlohn wird nach der ersten Anpassung brutto 71,34 Euro mehr im Monat verdienen. Sozialverbände hatten sich für eine deutliche Erhöhung auf 14 Euro oder mehr pro Stunde eingesetzt.

Stefan Körzell, DGB-Vorstandsmitglied und Vertreter in der Kommission, kritisierte das Ergebnis scharf. Die Anpassung werde nahezu sechs Millionen Beschäftigte mit realen Lohnverlusten zurücklassen, argumentierte er. Arbeitgeber hatten höhere Forderungen als unrealistisch zurückgewiesen und vor möglichen Entlassungen gewarnt.

Die schrittweise Lohnerhöhung beginnt im Juli 2024, die zweite Anpassung folgt im Januar 2025. Die Änderungen bringen Geringverdienern nur begrenzte finanzielle Entlastung. Arbeitgeber betonen weiterhin, dass stärkere Erhöhungen Arbeitsplätze in gefährdeten Branchen bedrohen könnten.

Quelle