Merkur wagt den großen Sprung nach Nordamerika mit Tausenden Spielautomaten
Henry BraunDeutsches Unternehmen will den US-Glücksspielmarkt aufmischen - Merkur wagt den großen Sprung nach Nordamerika mit Tausenden Spielautomaten
Deutscher Glücksspielkonzern Merkur expandiert nach Nordamerika
Der deutsche Spielautomatenhersteller Merkur dringt mit ehrgeizigen Plänen in den nordamerikanischen Markt vor: Ab 2025 will das Unternehmen jährlich Tausende Spielautomaten verkaufen. Den Anfang machen 800 bis 1.000 Geräte im ersten Jahr, mittelfristig peilt Merkur eine jährliche Auslieferung von 5.000 Automaten innerhalb von drei Jahren an. Der Schritt folgt auf die Übernahme des US-Softwareentwicklers Gaming Arts im selben Jahr.
Aktuell produziert Merkur sämtliche Spielautomaten in einem einzigen Werk im nordrhein-westfälischen Lübbecke. Die USA bieten dem Unternehmen großes Potenzial: Dort sind rund eine Million Automaten im Einsatz, viele davon in Las Vegas. Merkur sieht hier eine Marktlücke, da der Sektor bisher von wenigen großen Anbietern dominiert wird.
Im Geschäftsjahr 2024 verzeichnete die Merkur-Gruppe einen Umsatz von 2,1 Milliarden Euro – ein Plus von 7,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das Unternehmen beschäftigt etwa 15.300 Mitarbeiter und ist vor allem in Deutschland und Großbritannien stark vertreten. Neben physischen Automaten will Merkur auch seine Online-Umsätze ausbauen und den Anteil der internationalen Geschäfte bis 2025 auf 45 Prozent steigern.
Die Expansion in die USA erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem der heimische Markt mit strengen Regulierungen zu kämpfen hat. Deutsche Glücksspielanbieter müssen sich an länderspezifische Vorschriften halten, die exzessives Spielverhalten eindämmen sollen. Der nordamerikanische Markt hingegen bietet weniger Restriktionen und ein deutlich größeres Kundenpotenzial.
Der Markteintritt in den USA und Kanada beginnt 2025 mit 800 bis 1.000 Automaten, bevor die Auslieferungen auf 5.000 Geräte pro Jahr hochgefahren werden sollen. Durch die Kooperation mit Gaming Arts verbindet Merkur deutsche Hardware mit amerikanischem Software-Know-how. Gelingt die Expansion, könnte das Unternehmen seinen globalen Marktanteil im Glücksspielsektor deutlich ausbauen.






