17 March 2026, 02:14

Maria Kalesnikava erhält Karlspreis – ein Symbol für Belarusslands demokratischen Kampf

Ein rotes und weißes Kissen mit den Worten "Gerechtigkeit für Belarus" darauf gegen einen weißen Hintergrund.

Maria Kalesnikava erhält Karlspreis – ein Symbol für Belarusslands demokratischen Kampf

Die belarussische Aktivistin Maria Kalesnikava hat am Samstag in Aachen offiziell den Internationalen Karlspreis erhalten. Die Auszeichnung, die ihr vier Jahre nach ihrer Inhaftierung in Belarus zuerkannt wurde, würdigt ihren Einsatz für Demokratie in ihrer Heimat. In Deutschland lebend, sprach sie offen über die Ehre, ihre vergangenen Kämpfe und ihre Hoffnungen für die Zukunft Belarusslands.

Der Karlspreis war Kalesnikava bereits 2020 zugesprochen worden, als sie noch in Haft saß. Damals erfuhr sie erst später von der Auszeichnung und bezeichnete sie als ein tiefgreifendes Zeichen europäischer Solidarität. Der Preis, der Beiträge zur europäischen Einigung ehrt, ging in jenem Jahr ausschließlich an sie und zwei weitere belarussische Frauen – Veronika Zepkalo und Swjatlana Zichanouskaja – ohne weitere Preisträger.

Im Gespräch beschrieb Kalesnikava ihre überwältigende Freude über die Auszeichnung. Doch betonte sie, ihr Fokus liege nach wie vor auf jenen, die in Belarus noch immer inhaftiert sind. Obwohl sie selbst in Freiheit lebt, gestand sie, dass die Erinnerungen an ihre eigene Haft und das Leid anderer sie weiterhin belasten.

Trotz unterschiedlicher Ansichten arbeiten Kalesnikava, Zepkalo und Zichanouskaja weiterhin zusammen, um ein demokratisches Belarus voranzutreiben. Sie äußerte sich optimistisch, dass der Wandel kommen werde, und rief europäische Regierungen auf, Belarus als zukünftigen Partner zu sehen. Für sie bleibt die Unterstützung der Opposition im Land entscheidend, um die bestehende Diktatur herauszufordern.

Zu den früheren Trägern des Karlspreises zählen der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und das ukrainische Volk (2023) sowie Rabbiner Pinchas Goldschmidt und die jüdische Gemeinschaft (2024).

Kalesnikavas Auszeichnung unterstreicht ihr unerschütterliches Engagement für die Demokratie in Belarus. Die Ehrung dient zugleich als Mahnmal für den anhaltenden Kampf der Aktivistinnen und Aktivisten, die noch immer inhaftiert sind. Ihr Appell an die anhaltende europäische Unterstützung zeigt, wie lang der Weg für die Opposition des Landes noch ist.

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