Marderhund-Plage in Munster: Über 70 Tiere erlegt – doch die Invasion geht weiter
Henry BraunMarderhund-Plage in Munster: Über 70 Tiere erlegt – doch die Invasion geht weiter
Eingewanderte Waschbären verursachen wachsende Probleme in Munster und der Heidekreis-Region
Der aus Nordamerika stammende Marderhund breitet sich rasant aus und sorgt in Munster und der Heidekreis-Region für zunehmende Schwierigkeiten. Seit dem 1. April wurden bereits über 70 Tiere erlegt – fast das Dreifache der Vorjahreszahl. Die starke Zunahme gibt Anlass zur Sorge, denn die anpassungsfähigen und zerstörerischen Tiere führen zu Konflikten zwischen Anwohnern und einheimischer Tierwelt.
Marderhunde sind in Deutschland seit Jahrzehnten heimisch, doch in Munster haben ihre Bestände nun alarmierende Ausmaße erreicht. Seit Beginn der Jagdzeit am 1. April wurden über 70 Tiere getötet, verglichen mit nur 26 im Vorjahr. Peter Westermann, Vorsitzender des örtlichen Jägerverbands, kritisierte die verspätete öffentliche Aufmerksamkeit: Hätte man früher gehandelt, hätte sich die Ausbreitung möglicherweise eindämmen lassen.
Die Tiere dringen in Dachböden, Schornsteine und Gartenhäuser ein, verursachen Sachschäden und lösen Nachbarschaftsstreitigkeiten aus. Ihre Überlebensstrategien machen sie zu einer ernsthaften Bedrohung für heimische Arten, da sie einheimische Wildtiere um Nahrung und Lebensraum verdrängen. Viele Anwohner verschärfen das Problem unbewusst, indem sie Wildtiere füttern – und so Marderhunde in Gärten und Siedlungsgebiete locken.
Der Landkreis Heidekreis hat die Krise anerkannt und verspricht Jägergruppen finanzielle Unterstützung. Doch die Plage ist längst nicht mehr lokal beherrschbar und erfordert überregionale Maßnahmen. Obwohl Jäger das Töten der Tiere nur widerwillig durchführen, sehen sie die Notwendigkeit, die Bestände zu reduzieren, um die Ökosysteme zu schützen.
Das Problem beschränkt sich nicht auf Marderhunde. Auch der Amerikanische Nerz, eine weitere invasive Art, hat sich nach Flucht aus Pelztierfarmen oder gezielter Freilassung in ganz Deutschland ausgebreitet. Zwar gibt es kaum Daten über sein Vorkommen in militärisch genutzten oder bewaldeten Gebieten wie dem Heidekreis, doch Jäger berichten von einer bundesweiten Ausdehnung. Die Zerstörung von Feuchtgebieten und das Fehlen natürlicher Fressfeinde in eingezäunten Bereichen begünstigen seine Verbreitung – auf Kosten heimischer Arten wie des Europäischen Nerzes.
Angesichts des starken Anstiegs der Marderhund-Population sehen sich die Behörden zum Handeln gezwungen: Die Jagd wird intensiviert, Jäger erhalten mehr finanzielle Mittel. Ohne strengere Maßnahmen könnten sich die Anpassungsfähigkeit der Tiere und die durch Menschen bereitgestellten Nahrungsquellen die Situation weiter verschärfen. Die Region steht nun vor der Herausforderung, eine invasive Art einzudämmen, die bereits das lokale Ökosystem und das Zusammenleben der Menschen durcheinandergebracht hat.






