15 April 2026, 10:16

Kühlturm in Gelsenkirchen-Scholven gesprengt: Das Ende der Kohle-Ära beginnt

Steinkohlekraftwerk mit hohem Schornstein in einer städtischen Umgebung, umgeben von Gebäuden, Infrastruktur und Fahrzeugen unter einem bewölkten Himmel.

Kühlturm in Gelsenkirchen-Scholven gesprengt: Das Ende der Kohle-Ära beginnt

Ein Meilenstein bei der Umgestaltung des Kraftwerks Gelsenkirchen-Scholven

Am 6. September 2025 erfolgte ein entscheidender Schritt bei der Transformation des Kraftwerks Gelsenkirchen-Scholven: Uniper sprengte einen 116 Meter hohen Kühlturm kontrolliert, um den Standort schrittweise von der Kohle zu verabschieden. Die Aktion war das Ergebnis monatelanger Vorbereitungen und Teil eines umfassenden Modernisierungsplans für die Anlage.

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Die Stilllegung des Kohleblocks in Gelsenkirchen-Scholven hatte Uniper bereits im April 2024 eingeleitet. In der jüngsten Phase brachte eine Ladung von 60 Kilogramm Sprengstoff den Turm zum Einsturz – ein Bauwerk, das einst das Symbol für den Kohlebetrieb des Kraftwerks war. Sicherheit stand dabei an erster Stelle: Eine 300 Meter große Sperrzone und Straßenabschnitte wurden eingerichtet, eine Evakuierung von Anwohnern war jedoch nicht erforderlich.

Die Sprengung ist jedoch nur ein erster Schritt. Wie Dr. Martin Hein, der bei Uniper für die Rückbauarbeiten zuständig ist, bestätigte, stehen weitere Abrissmaßnahmen an: 2025 werden das Kesselhaus F und die REA-Anlage abgerissen, zusätzliche Demontagen sind für 2026 geplant. Die rund 11.000 Tonnen Betonschutt des Kühlturms werden vor Ort recycelt, um Abfall zu minimieren.

Langfristig plant Uniper am Standort ein wasserstofftaugliches Gaskraftwerk. Die neue Anlage soll vollständig mit Wasserstoff betrieben werden können und damit sowohl die Dekarbonisierungsziele unterstützen als auch die Versorgungssicherheit gewährleisten.

Der Einsturz des Kühlturms markiert das Ende einer Ära für die Kohle in Scholven. Mit weiteren geplanten Rückbauten und dem Bau des wasserstofffähigen Gaskraftwerks vollzieht der Standort den Wandel hin zu sauberer Energie. Gleichzeitig bleibt die Anlage in Betrieb – ein Balanceakt zwischen ökologischem Fortschritt und industrieller Kontinuität.

Quelle