Komplexe Sprache bringt Gründern bis zu 125.000 Dollar mehr Kapital – doch Vorsicht vor Übertreibung
Henry BraunKomplexe Sprache bringt Gründern bis zu 125.000 Dollar mehr Kapital – doch Vorsicht vor Übertreibung
Eine neue deutsche Studie zeigt: Gründer, die in ihren Pitches eine komplexe Sprache verwenden, erhalten mehr Investitionen. Die in Entrepreneurship Theory and Practice veröffentlichte Untersuchung belegt, dass differenzierte und nuancierte Ausdrucksweise die Kapitalzufuhr im Schnitt um 7,25 Prozent steigern kann.
Forscher der TU Dortmund, der Universität Passau und der Technischen Universität München analysierten, wie Sprache die Entscheidungen von Investoren beeinflusst. Dabei stellten sie fest: Kognitive Komplexität – etwa mehrschichtige Argumentation und präzise Unterscheidungen – lässt Gründer kompetenter und glaubwürdiger wirken.
Dieser Effekt entspricht etwa 125.000 US-Dollar zusätzlicher Mittel pro Pitch. Investoren bevorzugen demnach Gründer, die kritisches Denken und die Fähigkeit zur Bewältigung komplexer Zusammenhänge unter Beweis stellen – wie etwa beim erfolgreichen Pitch des Fintech-Unternehmens N26.
Allerdings warnt die Studie auch vor übertriebener Kompliziertheit. Werden Pitches zu verschachtelt, verlieren Investoren unter Umständen den roten Faden oder deuten dies als Zeichen von Unentschlossenheit.
Die Ergebnisse unterstreichen einen Balanceakt: Gründer müssen sophistiziert wirken, ohne ihr Publikum zu überfordern. Die Untersuchung bestätigt, dass Sprache eine Schlüsselrolle bei der Kapitalbeschaffung für Startups spielt. Wer kognitive Komplexität beherrscht, hat finanzielle Vorteile – doch Klarheit bleibt unverzichtbar. Die Erkenntnisse könnten die Art und Weise verändern, wie Unternehmer ihre Präsentationen vor Investoren gestalten.






