16 March 2026, 16:21

Kirchenaustritte in NRW sinken leicht – doch die Kirche verliert weiterhin Mitglieder

Ein altes Dokument mit einer Zeichnung der St. Erasmus Kirche umgeben von B├Ąumen und Himmel, unterzeichnet von der deutschen Regierung.

Kirchenaustritte in NRW legen leicht zur├╝ck - Kirchenaustritte in NRW sinken leicht – doch die Kirche verliert weiterhin Mitglieder

Im Jahr 2025 haben in Nordrhein-Westfalen weniger Einwohner die katholische Kirche verlassen als im Vorjahr. Offizielle Zahlen zeigen einen leichten Rückgang der Austritte, doch die Gesamtzahl der Mitglieder sinkt weiterhin. Das Erzbistum Köln verzeichnete hingegen einen kleinen Anstieg der Messbesucher und der Erwachsenentaufen im vergangenen Jahr.

2025 traten 84.440 Menschen formal aus der katholischen Kirche in Nordrhein-Westfalen aus – nach 86.946 im Jahr 2024. Zusammen mit den Austritten aus der evangelischen Kirche belief sich die Gesamtzahl der Kirchenaustritte auf 152.783, was zwar weiterhin hoch ist, aber unter dem Vorjahreswert liegt. Dennoch sank die Zahl der Katholiken im Land von 5,8 auf 5,6 Millionen.

Das Erzbistum Köln konnte einige positive Entwicklungen verzeichnen: Die Zahl der Sonntagsgottesdienstbesucher stieg von 90.694 auf 94.638, wobei jedoch nur sechs Prozent der registrierten Katholiken regelmäßig teilnahmen. Auch die Erwachsenentaufen nahmen zu – von 199 im Jahr 2024 auf 315 im Jahr 2025. Generalvikar Guido Assmann bezeichnete diese Zahlen als ermutigende Anzeichen für eine erneute Bindung an die Kirche.

Die Austrittszahlen in der Region steigen seit den 1990er-Jahren stark an, mit deutlichen Spitzen nach der deutschen Wiedervereinigung und erneut nach dem Jahr 2000. Skandale und Enttäuschung, insbesondere unter jungen Menschen, haben viele zum Kirchenaustritt bewegt. Der Kirchenrechtler Thomas Schüller bezeichnete den jüngsten Anstieg bei Gottesdienstbesuchen und Taufen als oberflächlich und warnte, dass ein tieferes Misstrauen gegenüber der Kirche weiterhin bestehe.

Der Rückgang der Austritte bietet der katholischen Kirche in Nordrhein-Westfalen eine kleine Verschnaufpause. Angesichts weiterhin sinkender Mitgliederzahlen und weitverbreiteter Skepsis bleibt jedoch ungewiss, welche langfristigen Auswirkungen diese Trends haben werden. Die Verantwortlichen werden wahrscheinlich genau beobachten, ob die bescheidenen Erfolge bei der Bindung der Gläubigen nachhaltig sind.

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