KI-generierte Deepfakes und Fake-Shops: Wie Betrüger mit neuen Tricks zuschlagen
Mila BeckerKI-generierte Deepfakes und Fake-Shops: Wie Betrüger mit neuen Tricks zuschlagen
Finanzbetrug wird immer raffinierter: Kriminelle setzen mittlerweile auf KI-generierte Deepfakes und gefälschte Anlageangebote, um ihre Opfer zu täuschen. Allein in Deutschland sind in den vergangenen Jahren mehr als zwei Drittel der Internetnutzer mit irgendeiner Form von Cyberkriminalität in Berührung gekommen. Die Behörden warnen, dass Betrüger vermehrt Kryptowährungen und Tech-Investments über soziale Medien und Messengerdienste ins Visier nehmen.
Zwischen 2021 und 2026 verlagerten sich die Maschen der Betrüger in Deutschland von simplen "Pump-and-Dump"-Schemata hin zu komplexen Betrugsstrukturen. 2023 war ein mit Wirecard in Verbindung stehender Krypto-Betrug mit über 50.000 Geschädigten verknüpft. Bis 2025 führten sogenannte "Pig Butchering"-Scams, die über Telegram aus Südostasien gesteuert wurden, zu gemeldeten Verlusten in Höhe von 1,2 Milliarden Euro – so die Zahlen der BaFin.
Opfer werden oft unter Zeitdruck gesetzt, wie im Fall eines Mönchengladbacher Bürgers, der fast 60.000 Euro in einen mutmaßlichen Betrug investiert hätte. Die Täter nutzen geklonte Chatgruppen, Deepfake-Videos von Influencern oder gefälschte Angebote zur "Geldrückholung", um seriös zu wirken. Auch das Teilen von Bankdaten in privaten Nachrichten oder das Scannen manipulierter QR-Codes kann zu Diebstahl führen.
Um Betrug zu vermeiden, raten Experten, unaufgeforderte Kontakte zu ignorieren und Online-Shops über das Fake-Shop-Finder-Tool der Verbraucherzentrale unter www.verbraucherzentrale.de/fakeshopfinder-71560 zu prüfen. Sichere Browser und Suchmaschinen bieten zusätzlichen Schutz. Wer Opfer geworden ist, sollte Anzeige erstatten, Konten sperren lassen und umgehend die Empfängerbank kontaktieren. Die Verbraucherzentrale bietet unter www.verbraucherzentrale.nrw/finanzbetrug Hilfestellung bei Finanzbetrug.
Streit gibt es mitunter darüber, ob Geschädigte grob fahrlässig gehandelt haben. Die Behörden betonen jedoch, dass Vorbeugung und schnelles Handeln entscheidend bleiben. Angesichts der rasanten Weiterentwicklung von Betrugsmethoden sind Wachsamkeit und Vorsicht unverzichtbar, um finanzielle Verluste zu minimieren.