29 April 2026, 02:37

Inflation steigt 2024 auf 4,6 Prozent – Golf-Konflikt belastet Deutschlands Wirtschaft

Ein blaues Liniendiagramm, das die Euro-Zonen-Inflationsraten in den Vereinigten Staaten veranschaulicht, mit erklärendem Text oben.

Inflation steigt 2024 auf 4,6 Prozent – Golf-Konflikt belastet Deutschlands Wirtschaft

Deutschland bereitet sich auf einen deutlichen Anstieg der Inflation bis Ende 2024 vor – die Prognosen liegen nun bei 4,6 Prozent. Der sprunghafte Anstieg folgt auf die eskalierenden Spannungen im Persischen Golf nach einem US-Angriff auf den Iran und belastet eine ohnehin schon fragile Wirtschaft. Ökonomen warnen, dass höhere Preise mit einer schwachen Konjunktur zusammenfallen könnten, was die Politik vor schwierige Entscheidungen stellt.

Die jüngste Prognose des IW-Instituts für Wirtschaftsforschung zeigt, dass die Inflation bis Dezember auf 4,6 Prozent steigen wird – deutlich höher als bisher angenommen. Dieser Anstieg erinnert an die Entwicklungen während der Energiekrise 2022, als Russlands Angriff auf die Ukraine die Preise auf Rekordniveau trieb. Damals hatte die Inflation mit über 10 Prozent ihren Höhepunkt erreicht, der Jahresdurchschnitt lag bei 6,9 Prozent.

Der aktuelle Anstieg ist vor allem auf den Konflikt im Persischen Golf zurückzuführen, der die globalen Energiemärkte durcheinanderbringt. Als Reaktion hat die Bundesregierung kurzfristige Entlastungsmaßnahmen beschlossen. Ab dem 1. Mai soll für zwei Monate eine Spritpreisbremse die Steuern auf Diesel und Benzin um etwa 17 Cent pro Liter senken. Zudem dürfen Unternehmen ihren Beschäftigten eine steuerfreie Inflationsprämie von bis zu 1.000 Euro zahlen, um die steigenden Kosten abzufedern.

Markus Demary, Geldpolitik-Experte des IW, fordert die Regierung auf, vor allem einkommensschwache Haushalte zu unterstützen. Seiner Meinung nach trifft der Anstieg der Fahrtkosten diese Gruppe besonders hart. Gleichzeitig könnte die Europäische Zentralbank (EZB) eingreifen müssen, falls die Inflation anhält – doch ihre Handlungsmöglichkeiten sind durch die schwache Wirtschaftslage Deutschlands begrenzt.

Für die kommenden Jahre rechnet das IW damit, dass die Inflation auf hohem Niveau bleibt: Für 2026 wird eine durchschnittliche Rate von 3,5 Prozent erwartet – ein deutlicher Anstieg gegenüber den noch vor wenigen Monaten prognostizierten 2,7 Prozent.

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Die Inflationsaussichten stellen Deutschland vor die schwierige Aufgabe, Preise zu stabilisieren und gleichzeitig das Wachstum zu fördern. Die vorübergehenden Steuersenkungen und Entlastungszahlungen der Regierung sollen den Druck auf die Haushalte kurzfristig mindern. Angesichts der Tatsache, dass die Inflation jedoch voraussichtlich noch Jahre über dem Zielwert liegen wird, könnten weitere Maßnahmen der EZB oder zusätzliche politische Schritte notwendig werden.

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