Indischer Stahlriese Jindal bietet für Thyssenkrupp-Stahlsparte – und verspricht grüne Revolution
Mats HartmannIndischer Stahlriese Jindal bietet für Thyssenkrupp-Stahlsparte – und verspricht grüne Revolution
Der indische Stahlkonzern Jindal Steel International hat ein Angebot für die Übernahme der Stahlsparte von Thyssenkrupp abgegeben. Das unverbindliche Gebot erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem das deutsche Unternehmen Optionen für sein wirtschaftlich angeschlagenes Stahlgeschäft prüft. Sollte der Deal zustande kommen, entstünde der größte integrierte und klimafreundliche Stahlproduzent Europas.
Der Vorstand von Thyssenkrupp wird das Angebot nun prüfen, wobei der Fokus auf der finanziellen Solidität, den Umweltverpflichtungen und der Arbeitsplatzsicherheit für die Belegschaft liegt.
Ursprünglich hatte Thyssenkrupp ein Joint Venture für seine Stahlsparte mit dem tschechischen Milliardär Daniel Křetínský geplant, der im vergangenen Jahr einen 20-Prozent-Anteil erworben hatte. Beide Seiten behielten sich jedoch das Recht vor, den Verkauf rückgängig zu machen, was den Weg für alternative Transaktionen öffnete.
Jindal Steel, einer der größten integrierten Stahlproduzenten Indiens, expandiert seit einiger Zeit in Europa. Das Unternehmen kaufte kürzlich einen tschechischen Stahlhersteller und bietet derzeit für ein weiteres Werk in Italien. Im vergangenen Jahr verzeichnete der Konzern einen Umsatz von 12 Milliarden Euro bei einer operativen Gewinnmarge von 22 Prozent.
Die Stahlsparte von Thyssenkrupp hingegen erzielte im Geschäftsjahr 2023/24 einen Umsatz von 10,7 Milliarden Euro bei einem bereinigten operativen Gewinn von 261 Millionen Euro. Jindal hat zugesagt, das DRI-Werk in Duisburg fertigzustellen und dort zusätzlich über 2 Milliarden Euro in die Kapazitäten für Lichtbogenöfen zu investieren.
Das Angebot des indischen Unternehmens betont eine grüne Transformation der deutschen Standorte. Die Pläne umfassen die Modernisierung der Produktion zur Reduzierung der Emissionen bei gleichzeitiger Sicherung der Arbeitsplätze in Thyssenkrupps Stahlbetrieben.
Nun muss der Thyssenkrupp-Vorstand entscheiden, ob Jindals Gebot mit den Zielen für die Stahlsparte übereinstimmt. Der Deal würde frische Investitionen und einen Fokus auf kohlenstoffarme Produktion nach Duisburg bringen.
Bei einer Genehmigung würde die Übernahme einen weiteren Schritt in Jindals europäischer Expansion markieren und gleichzeitig die deutsche Stahlindustrie neu prägen.






