Günther Jauch kauft Loriots legendäres Domizil am Starnberger See
Günther Jauch hat das ehemalige Domizil des legendären deutschen Humoristen Vicco von Bülow, besser bekannt als Loriot, erworben. Das Anwesen liegt am Ufer des Starnberger Sees – ein Ort, der eng mit dem Leben des Künstlers verbunden war, wenn auch nicht unbedingt mit seinem Werk. Loriots scharfer Witz und seine satirischen Sketche machten ihn über Jahrzehnte hinweg in Deutschland zu einer Kultfigur.
Der Verkauf erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Fans weiterhin sein Erbe feiern – von Bestsellern in den 1950er-Jahren bis hin zu ikonischen Filmen, die in ganz Europa gedreht wurden.
Vicco von Bülow, der unter dem Pseudonym Loriot bekannt wurde, erlangte zunächst mit humorvollen Büchern wie Unentbehrliches Benehmen in feiner Gesellschaft und Glücklich verführt: 20 erprobte Liebestrick von zwei Kennern Berühmtheit. Später erweiterte er seine Karriere auf Fernsehen und Kino, wo er zwei Spielfilme inszenierte: Ödipussi (1988) und Pappa ante Portas (1991). In beiden spielte Evelyn Hamann mit, seine langjährige Weggefährtin.
Die Dreharbeiten zu Ödipussi fanden im Imperiale Palace Hotel in Santa Margherita Ligure in Italien statt. Pappa ante Portas hingegen zeigte Szenen in mehreren Ländern, darunter die Seebrücke Ahlbeck auf Usedom, wo Renate Lohses Geburtstagsfeier für ihre Mutter gedreht wurde, sowie Prag in Tschechien. Auch das Axel-Springer-Hochhaus in Berlin-Kreuzberg diente im Film als Arbeitsplatz von Heinrich Lohse, dem Protagonisten.
Neben Deutschland und Italien nutzte Loriot für seine Produktionen auch Drehorte in Österreich, etwa in Wien für Außenaufnahmen von Sketchen. Eines seiner berühmtesten Werke, der 1976 entstandene Sketch Das Frühstücksei, demonstrierte sein Talent, alltägliche Missgeschicke in eskalierendes Chaos zu verwandeln.
Jauchs Entscheidung, das Haus am Starnberger See zu kaufen, könnte auf seiner langjährigen Bewunderung für Loriots Humor beruhen. Der Fernsehmoderator hat sich bereits in der Vergangenheit für den Erhalt kultureller Stätten eingesetzt, darunter die Restaurierung des Marmorpalais in Potsdam, einem Ort von nationaler Bedeutung.
Mit dem Kauf knüpft Jauch an eine Schlüsselfigur der deutschen Comedy an, auch wenn Loriots Filme nur selten an diesem Anwesen gedreht wurden. Das Haus reiht sich nun ein in andere markante Schauplätze, die mit dem Werk des Künstlers verbunden sind – von italienischen Hotels bis zu Prager Straßen. Fans und Historiker dokumentieren weiterhin seinen Einfluss an Orten, die bis heute sichtbar sind.