07 May 2026, 00:19

Gräfrather Marktfest in Solingen führt erstmals seit 50 Jahren Eintrittsgeld ein – Senioren protestieren

Schwarzer und weißer Plakataufruf für eine öffentliche Versammlung mit dem Titel "Öffentliche Versammlung, Cold Bath Fields, National Convention, Rechte des Volkes."

Gräfrather Marktfest in Solingen führt erstmals seit 50 Jahren Eintrittsgeld ein – Senioren protestieren

Zum ersten Mal seit fast 50 Jahren wird auf dem Gräfrather Marktfest in Solingen ein Eintrittsgeld erhoben. Die 10-Euro-Karte, von der lediglich 2 Euro als Essensgutschein erstattet werden, hat scharfe Kritik vom Seniorenbeirat ausgelöst. Dieser argumentiert, dass die Kosten für ältere Bürger mit begrenztem Einkommen eine Hürde darstellen.

Die Arbeitsgruppe gegen Altersarmut hat Bedenken gegenüber der neuen Gebühr geäußert. Sie weist darauf hin, dass viele Senioren in Solingen von kleinen Renten leben und sich selbst ein 10-Euro-Ticket kaum leisten können. Ein kostenloser Familientag am Sonntag nütze älteren Menschen, die allein leben, wenig – sie sollten täglich Zugang zu gesellschaftlichen Veranstaltungen haben.

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Die Veranstalter rechtfertigen die Gebühr mit steigenden Sicherheitskosten. Doch Kritiker hinterfragen, ob die Besucher diese finanzielle Last tragen sollten. Der Beirat drängt nun auf Alternativen wie gestaffelte Preise, Seniorenrabatte oder eine stärkere finanzielle Unterstützung durch die Stadt.

Die Diskussion geht über das Fest selbst hinaus. Sie wirft grundsätzliche Fragen auf, wer sich angesichts steigender Kosten noch an Gemeinschaftsveranstaltungen beteiligen kann. Da Altersarmut längst kein Randphänomen mehr ist, warnt der Beirat, dass langjährige Nachbarschaftstraditionen Gefahr laufen, einige Bürger auszuschließen.

Das 10-Euro-Eintrittsgeld markiert einen symbolischen Wandel für das Gräfrather Marktfest. Bleibt es unverändert, könnte es das Veranstaltungskonzept und die Zugänglichkeit für die kommenden Jahre prägen. Der Beirat sucht weiterhin nach Lösungen, die finanzielle Notwendigkeiten mit sozialer Teilhabe in Einklang bringen.

Quelle