GLS Bank in der Zwickmühle: Kontosperren für DKP und Rote Hilfe entfachen Streit
Marie SimonGLS Bank in der Zwickmühle: Kontosperren für DKP und Rote Hilfe entfachen Streit
GLS Bank gerät nach Kontoschließungen für DKP und Rote Hilfe in die Kritik
Die GLS Bank steht massiv in der Kritik, nachdem sie Konten der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) und der Gefangenenhilfsorganisation Rote Hilfe geschlossen hat. Die Entscheidung löste bundesweite Proteste aus – Tausende unterzeichneten einen offenen Brief, in dem sie vor einem Vertrauensverlust in die Bank warnten. Gleichzeitig erhielt die Bankführung bei einer jüngsten Mitgliederversammlung deutliche Rückendeckung.
Der Streit eskalierte, als die GLS Bank die Konten der DKP und der Rote Hilfe kündigte, was Vorwürfe politischer Einflussnahme nach sich zog. Vor Filialen kam es zu Demonstrationen, während in einem offenen Brief – unterzeichnet von Tausenden – die Rücknahme der Entscheidung gefordert wurde. Ein Gericht erließ später eine einstweilige Verfügung, die die Sparkasse Göttingen verpflichtete, die Konten der Rote Hilfe offen zu halten, was den Druck auf die GLS Bank erhöhte.
Die Bank wies jede politische Motivation zurück und begründete die Schließungen mit „rechtlichen und regulatorischen Vorgaben“. Deutsche Aufsichtsbehörden verlangen von Banken, verdächtige Transaktionen zu melden, die auf Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung hindeuten könnten. Als Reaktion führte die GLS Bank Gespräche mit betroffenen Kunden und beriet sie, wie sich solche Meldungen vermeiden lassen.
Auf der Mitgliederversammlung in Bochum wurde der Vorstand mit 676 von 720 anwesenden Stimmen bestätigt. Auch der Aufsichtsrat, darunter die scheidende Vorsitzende Irene Reifenhäuser-Karnath, erhielt starke Unterstützung. Trotz der Kritik bleiben die Konten der Rote Hilfe bei der GLS Bank vorerst aktiv, während die Entscheidung zur DKP nicht revidiert wurde.
Die Auseinandersetzung zeigt das Spannungsfeld zwischen Finanzregulierung und politischem Engagement. Während die GLS Bank betont, sich an geltendes Recht zu halten, werfen Kritiker der Bank vor, mit den Kontosperren gezielt linke Organisationen zu benachteiligen.
Die Führung der GLS Bank genießt weiterhin breite Zustimmung unter den Mitgliedern, doch die Folgen der Kontoschließungen wirken nach. Die DKP-Konten wurden nicht wiedereröffnet, während die der Rote Hilfe weiterhin genutzt werden können. Der Fall verdeutlicht die Herausforderungen, vor denen Banken stehen, wenn sie rechtliche Pflichten mit öffentlichen Erwartungen in Einklang bringen müssen.






