Glasfaserausbau in Deutschland beschleunigt – doch die Rentabilität bleibt fraglich
Mats HartmannGlasfaserausbau in Deutschland beschleunigt – doch die Rentabilität bleibt fraglich
Deutschlands Glasfaserausbau nimmt Fahrt auf, während Anbieter um die Anschlüsse von Millionen Haushalten wetteifern. Neue Partnerschaften und Netzmodernisierungen sollen die Abdeckung ausbauen – doch ohne ausreichend Kunden bleibt die Rentabilität eine Herausforderung.
Branchenführer setzen zunehmend auf Open-Access-Modelle, um mehr Nutzer zu gewinnen und den Wettbewerb zwischen den Betreibern zu beleben.
In den letzten Monaten haben große Vereinbarungen den Glasfaserausbau vorangetrieben. Die Deutsche Telekom hat bereits 2,5 Millionen Haushalte angeschlossen und peilt bis 2030 25 Millionen an. Konkurrenten wie die Uniti Group wollen bis Ende 2026 2,3 bis 2,35 Millionen Haushalte erreichen. Gemeinsam könnten diese Initiativen in zwei Jahren 19 bis 20 Millionen Haushalte mit Glasfaser versorgen.
Auch auf regionaler Ebene gibt es Fortschritte: OXG, Vodafone und die Saarländer Landesregierung unterzeichneten eine Vereinbarung, um 51.700 Haushalte in Saarbrücken und Völklingen mit FTTH-Anschlüssen (Glasfaser bis in die Wohnung) auszustatten. Gleichzeitig erweiterte das Joint Venture Glasfaser Nordwest von Telekom und EWE in Kooperation mit den Stadtwerken Osnabrück das Netz für über 90.000 Haushalte in Osnabrück und Wallenhorst.
Kleinere Projekte kommen ebenfalls voran: Westconnect vollendete ein 100 Kilometer langes Glasfasernetz in Duisburg, das 1.900 Haushalte in mehreren Stadtteilen verbindet. In einem weiteren Schritt arbeitete 1&1 Versatel mit Duisburg CityCom zusammen, um über ein 290 Kilometer langes FTTH-Netz mit 25.000 Anschlüssen Dienstleistungen anzubieten. Zudem kooperiert NetCom BW mit der Deutschen Telekom, um VDSL-Anschlüsse für rund 100.000 Haushalte bereitzustellen.
Trotz der Fortschritte stehen die Betreiber vor finanziellen Hürden: Glasfasernetze rentieren sich oft erst mit einer ausreichenden Zahl an Abonnenten. Open-Access-Lösungen, bei denen mehrere Anbieter dieselbe Infrastruktur nutzen, könnten hier Abhilfe schaffen – durch mehr Wettbewerb und eine höhere Kundennachfrage.
Der Glasfaserausbau in Deutschland schreitet mit großen und kleinen Projekten voran. Bis 2026 könnten nahezu 20 Millionen Haushalte Zugang zu Hochgeschwindigkeitsverbindungen erhalten. Ob sich die Investitionen auszahlen, hängt davon ab, ob es gelingt, genug Nutzer zu gewinnen, um die Netze langfristig tragfähig zu machen.






