Geheime Atomtransport-Route in NRW versehentlich öffentlich einsehbar
Mats HartmannGeheime Atomtransport-Route in NRW versehentlich öffentlich einsehbar
Empfindliche Details über einen Atomtransport in Deutschland waren kurzzeitig öffentlich einsehbar – dann wurden sie wieder gelöscht. Die veröffentlichten Informationen umfassten eine Drohnenflug-Sperrzone entlang einer geplanten Transportroute in Nordrhein-Westfalen. Solche Strecken werden von den Behörden als geheim eingestuft, weshalb die versehentliche Offenlegung Besorgnis auslöst.
Am Mittwochabend zeigte die Digitale Plattform für unbemannte Luftfahrt des Bundesverkehrsministeriums eine Flugverbotszone für Drohnen entlang von Autobahnen zwischen Jülich und Ahaus an. Die Strecke entspricht dem geplanten Transport von Brennelementen aus einem 1988 stillgelegten Forschungsreaktor zu einem Zwischenlager in Ahaus. Bis Donnerstag waren die Angaben jedoch bereits wieder entfernt worden.
Die Ursache für den Fehler ist weiterhin unklar. Wie der WDR berichtete, habe das Verkehrsministerium auf Anfragen nicht reagiert. Offizielle Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz des Castor-Transports vor möglichen Störungen oder Risiken wurden bisher nicht öffentlich bestätigt.
Atomtransporte in Castor-Behältern gelten als hochriskante Unterfangen. Sie ziehen häufig Proteste auf sich oder könnten zum Ziel von Terroranschlägen werden. Die versehentliche Veröffentlichung der Routendetails hat die Bedenken hinsichtlich der Sicherheitsvorkehrungen für den anstehenden Transport weiter verstärkt.
Der Vorfall wirft Fragen nach Lücken im Schutz sensibler Transportinformationen auf. Da es bisher keine offizielle Erklärung gibt, bleibt unklar, wie es zur Datenpanne kam und ob zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen eingeführt werden. Die Route des Transports ist zwar wieder unter Verschluss – doch die kurze Veröffentlichung hat bereits für Aufmerksamkeit gesorgt.






