19 June 2026, 06:11

Gabriele Stötzers mutige Kunst zwischen DDR-Widerstand und zeitgenössischer Retrospektive

Künstlerin Stötzer: "Sei dabei und bleib nicht stumm"

Gabriele Stötzers mutige Kunst zwischen DDR-Widerstand und zeitgenössischer Retrospektive

Gropius Bau zeigt große Einzelausstellung von Gabriele Stötzer

Der Berliner Gropius Bau präsentiert derzeit eine umfassende Retrospektive des Werks von Gabriele Stötzer. Die Schau umfasst rund 150 Exponate, darunter Videos, Fotografien und überdimensionale Wollskulpturen. Die Ausstellung läuft noch bis zum 6. Dezember; für August ist eine Performance geplant, bei der die Künstlerin auf dem Dach des Museums stehen wird.

Gabriele Stötzer machte in der DDR zunächst durch ihr politisches Engagement und ihre Kunst auf sich aufmerksam. 1976 wurde sie für ein Jahr inhaftiert, nachdem sie eine Petition gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann unterzeichnet hatte. Während ihrer Haftzeit nähte sie Strumpfhosen. Später, 1989, spielte sie eine zentrale Rolle bei der Besetzung der Stasi-Bezirksverwaltung in Erfurt.

Neben ihrem politischen Wirken gehörte Stötzer zu den Mitbegründerinnen der Erfurter Künstlerinnengruppe. Mit heute 73 Jahren wehrt sie sich weiterhin gegen Schubladen und lehnt es ab, allein als „DDR-Künstlerin“ wahrgenommen zu werden. Ihr vielseitiges Œuvre spiegelt diese Weigerung wider, sich auf einfache Kategorien reduzieren zu lassen.

Die Ausstellung würdigt ihren langen und facettenreichen Werdegang. Im Herbst wird Stötzer mit dem Goslarer Kaiserring ausgezeichnet, einer der renommiertesten Kunstpreise Deutschlands. Die Ehrung gilt ihrem jahrzehntelangen Schaffen zwischen Kunst und Aktivismus.

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