26 April 2026, 08:17

Forscher züchten Bakterien als natürliche Alternative zu chemischen Pestiziden

Altes Buchcover mit einer Flasche Farmogerm-Insektizid mit klarer Flüssigkeit und schwarzer Schrift auf dem Etikett, vor einem hellblauen Hintergrund mit weißem Rand.

Forscher züchten Bakterien als natürliche Alternative zu chemischen Pestiziden

Ein Forschungsteam der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) entwickelt eine umweltfreundlichere Alternative zu chemischen Pestiziden. In den nächsten fünf Jahren wollen Wissenschaftler Bakterien so modifizieren, dass sie Pyrethrin produzieren – ein natürliches Insektizid, das in Chrysanthemen vorkommt. Ziel des Projekts ist die Schaffung eines nachhaltigen, kostengünstigen Biopestizids, das Ökosysteme und nützliche Insekten weniger belastet.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Initiative mit dem Namen PyreComm wird von der Nachwuchsforschungsgruppe von Dr. St. Elmo Wilken am Institut für Quantitative und Theoretische Biologie der HHU geleitet. Sein Team konzentriert sich auf das schnell wachsende Bakterium Vibrio natriegens, das so verändert werden soll, dass es Pyrethrin-Verbindungen herstellt. Statt den biosynthetischen Prozess in einer einzigen Zelle ablaufen zu lassen, wird er auf mehrere Bakterienzellen aufgeteilt, um die Effizienz zu steigern.

Die Bakterien werden in Bioreaktoren mit holzbasierten Rohstoffen gezüchtet – eine Verknüpfung von Landwirtschaft und Biopestizid-Produktion. Dieser kreislauforientierte Ansatz steht im Einklang mit der Nationalen Bioökonomiestrategie der Bundesregierung, die den Einsatz erneuerbarer Ressourcen und eine effiziente Rohstoffnutzung fördert. Gleichzeitig unterstützt das Projekt die EU-Farm-to-Fork-Strategie, die eine schnellere Zulassung umweltfreundlicher Agrarlösungen anstrebt.

Mit rund 2,7 Millionen Euro vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert, ist die Arbeit Teil der Initiative "Kreative Nachwuchstalente für die Bioökonomie". Dieses Programm fördert die Zusammenarbeit zwischen jungen Forschenden und erfahrenen Wissenschaftler:innen. Bei Erfolg könnte das Biopestizid eine skalierbare, halb-synthetische Alternative zu herkömmlichen Chemikalien bieten, die in der Umwelt verbleiben und sich in der Nahrungskette anreichern.

Ein Erfolg des Projekts würde Landwirt:innen ein kostengünstiges, ökologisches Pestizid auf Basis nachwachsender Rohstoffe zur Verfügung stellen. Eine Zulassung nach EU-Vorgaben könnte seine Verbreitung in Europa beschleunigen. Zudem unterstreicht die Forschung Deutschlands Bestrebungen hin zu einer Kreislaufwirtschaft, indem landwirtschaftliche Abfälle in wertvolle Bioprodukte umgewandelt werden.

Quelle