25 June 2026, 12:12

Energieeffizienzgesetz reformiert: Erleichterungen für Unternehmen und Rechenzentren

Schwarz-Rot lockert Effizienzregeln für die Wirtschaft

Energieeffizienzgesetz reformiert: Erleichterungen für Unternehmen und Rechenzentren

Die deutsche Bundesregierung hat Änderungen am Energieeffizienzgesetz verabschiedet. Das Gesetz sollte ursprünglich den Energieverbrauch und die Verschwendung in Behörden und Unternehmen reduzieren. Kritiker wie Befürworter haben sich bereits zu den Reformen geäußert.

Am Mittwoch lockerte das Kabinett einige der strengsten Vorgaben. Rechenzentren haben nun vier statt zwei Jahre Zeit, um die Effizienzziele zu erreichen. Zudem müssen sie ihren Strombedarf erst bis 2030 vollständig durch erneuerbare Energien ausgleichen. Betreiber sind zudem nicht mehr verpflichtet, Abwärme zu nutzen, wenn vor Ort kein Fernwärmenetz existiert.

Die Pflicht zur Einführung von Energie- oder Umweltmanagementsystemen gilt künftig nur noch für Unternehmen mit einem Verbrauch von mindestens 23,6 Gigawattstunden pro Jahr. Das Pharmaunternehmen Medice Health Family lag 2024 mit etwa 23,5 Gigawattstunden knapp unter der neuen Grenze.

Peter Adrian, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), bezeichnete die Reformen als „deutliche Entlastung“ für die Wirtschaft. Katharina Reuter vom Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft warf der Regierung hingegen vor, Klimaschutz und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit nicht ausreichend in Einklang zu bringen. Kilian Vieth-Ditlmann von AlgorithmWatch sprach von einer „Kapitulation vor den Tech-Konzernen“ und warnte vor höheren Umwelt- und Wirtschaftskosten.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Das überarbeitete Gesetz entlastet Unternehmen – insbesondere Betreiber von Rechenzentren – bei der Erfüllung der Energieeffizienzziele. Firmen knapp unter der neuen Schwelle sparen sich bürokratischen Aufwand. Die Debatte über die wirtschaftlichen und ökologischen Folgen dürfte jedoch anhalten.

Quelle