Düsseldorf setzt trotz Protesten auf Zürcher Drogenhilfe-Modell in Oberbilk
Mila BeckerDüsseldorf setzt trotz Protesten auf Zürcher Drogenhilfe-Modell in Oberbilk
Düsseldorf stellt Pläne für neues Drogenhilfezentrum in Oberbilk vor
An diesem Donnerstagabend wird Düsseldorf die Pläne für ein neues Drogenberatungszentrum im Stadtteil Oberbilk vorstellen. Das Projekt orientiert sich am "Zürcher Modell" und soll die drogenbedingten Probleme in der Nähe des Hauptbahnhofs angehen. Trotz massiver Proteste von Anwohnern, Schulen und Kitas hält die Stadt an der 3,3-Millionen-Euro-Initiative fest.
Das geplante Zentrum wird nach einem modularen System arbeiten und seine Angebote schrittweise ab diesem Sommer einführen. Dazu gehören Beratungsgespräche, medizinische Grundversorgung und psychiatrische Betreuung. Die Stadtspitze verteidigt den Standort, obwohl die "Bürgerinitiative Eisenstraße" bereits über 2.200 Unterschriften gegen das Vorhaben gesammelt hat.
Das Zürcher Drogenhilfemodell, das Düsseldorf übernehmen möchte, umfasst unter anderem Drogenchecks, Jugendprävention und Schadensminimierungsprogramme. In der Schweizer Stadt ist der kontrollierte Konsum in speziellen Innenräumen erlaubt, während im öffentlichen Raum striktes Verbot herrscht. Polizeivertreter aus Düsseldorf und Köln hatten Zürich bereits besucht, um sich vor Ort über das Konzept zu informieren.
In den vergangenen fünf Jahren hat das Zürcher System den öffentlichen Drogenkonsum erfolgreich reduziert. Dennoch gibt es weiterhin Herausforderungen, etwa die teilweise Duldung von Kleinhandel in den Einrichtungen – obwohl dies offiziell verboten ist. Über diese Inkonsistenzen bei der Durchsetzung gibt es jedoch keine systematischen Erhebungen.
Das Düsseldorfer Zentrum startet mit einer Förderung von 3,3 Millionen Euro, trotz anhaltendem Widerstand. Die schrittweise Einführung beginnt in diesem Sommer, wobei die Angebote an Zürchs Strategien zur Schadensbegrenzung angelehnt sind. Die Stadt betont, das Projekt werde wie geplant umgesetzt – auch wenn die lokale Opposition weiter wächst.