29 April 2026, 04:52

Bundesregierung streicht 200 Antirassismus-Projekte – Schulen in der Krise

Zeitung mit handgeschriebenem Text: 'Neustädter Markt, die Wahl, Mr. Williams' Vorschlag für die Mehrheit.'

Bundesregierung streicht 200 Antirassismus-Projekte – Schulen in der Krise

Die deutsche Bundesregierung streicht bis Ende des Jahres die Förderung für über 200 Antirassismus- und Demokratieprojekte an Schulen. Die Entscheidung hat breite Besorgnis ausgelöst – Pädagogen warnen, dass damit die Bemühungen gegen rechtsextreme Tendenzen und Diskriminierung geschwächt werden. Eine Petition gegen den Beschluss hat bereits mehr als 253.000 Unterschriften gesammelt.

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Besonders betroffen sind viele Initiativen in Ostdeutschland, wo rechtsextreme Einflüsse tief verwurzelt sind. In Sachsen-Anhalt, wo die AfD auf dem Weg zu einer absoluten Mehrheit ist, fallen Schulen wichtige Unterstützungsangebote weg. Auch langfristige Projekte wie das vom Kölner Jugendrat organisierte Demokratiefest sind von den Kürzungen betroffen – die Verantwortlichen blicken einer ungewissen Zukunft entgegen.

Am Kölner Genoveva-Gymnasium, wo rund 90 Prozent der Schüler:innen einen Migrationshintergrund haben, koordiniert Geschichtslehrer Felix Bjerke das Programm "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage". Dazu gehören Workshops zu Antirassismus, Extremismusprävention und der Bekämpfung von Antisemitismus, die er gemeinsam mit Organisationen wie 180 Grad Wende und Transaidency durchführt. Doch die Streichung der Mittel gefährdet nun diese Arbeit.

Ein Bündnis von Organisationen hat die Petition "Schulen stellen sich quer" gestartet und fordert die weitere Unterstützung für Lehrkräfte, die sich gegen Hass und Diskriminierung engagieren. Maike Finnern von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) warnte, die Kürzungen untergrüben essenzielle Strukturen zum Schutz demokratischer Werte. Gleichzeitig nutzt die rechtspopulistische AfD das Thema für sich und schürt Debatten über die politische Neutralität von Lehrkräften im Unterricht.

Durch den Wegfall der Fördergelder bleiben Schulen mit weniger Ressourcen zurück, um Extremismus entgegenzutreten und Inklusion zu fördern. Projekte, die einst auf mehrjährige Zusagen setzten, stehen nun vor dem Aus. Lehrkräfte und Aktivist:innen wehren sich weiterhin – doch die unmittelbaren Auswirkungen auf die Antidiskriminierungsarbeit sind bereits spürbar.

Quelle