05 May 2026, 10:19

Apotheker fordern Nachbesserungen bei der umstrittenen Apothekenreform vor der Abstimmung

Apotheke mit Glaswänden und -türen, Plakate an den Wänden, an einer Straßenecke gelegen.

Apotheker fordern Nachbesserungen bei der umstrittenen Apothekenreform vor der Abstimmung

Apotheker in Deutschland drängen auf dringende Änderungen an der geplanten Apothekenreform. Dr. Armin Hoffmann, Präsident der Apothekerkammer Nordrhein (AKNR), hat Politiker zu einem Dialog aufgerufen, um kritische Punkte zu klären, bevor der Gesetzentwurf weiter voranschreitet. Als Zeichen des guten Willens wurden die geplanten Proteste auf den 17. Dezember verschoben, um Raum für Verhandlungen zu schaffen.

Der Reformprozess läuft bereits: Am 17. Dezember soll das Kabinett den Entwurf beraten, gefolgt von der ersten Lesung im Bundestag Ende Januar. Im Frühjahr wird der Bundesrat den Entwurf prüfen, bevor das gesamte parlamentarische Verfahren voraussichtlich bis Ende April abgeschlossen sein wird.

Hoffmann warnte, das deutsche Gesundheitssystem stehe an einem Scheideweg. Steigende Patientenzahlen und sinkende Gesundheitskompetenz belasteten das System zunehmend. Er betonte, das Modell der inhabergeführten Apotheken müsse erhalten bleiben, räumte jedoch ein, dass Reformen unvermeidbar seien. Eine zentrale Forderung ist die Erhöhung der Festbeträge, die Apotheken benötigen, um ihren wachsenden Aufgaben gerecht zu werden.

Ein weiterer Streitpunkt ist die geplante Regelung, nach der pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) Apotheken vertreten dürfen – eine Änderung, die Hoffmann als „rechtlich bedenklich“ bezeichnete. Zudem fordern die Apotheker die Aufhebung des Rabattverbots für Barzahlungen, was als einfache und praktikable Lösung dargestellt wird.

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Anfangs hatte das Koalitionsabkommen bei den Apothekern noch Hoffnung geweckt, doch die Zuversicht schwand, nachdem Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) auf dem Deutschen Apothekertag (DAT) die Eckpunkte der Reform vorstellte. Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) hat nun konkrete Stellen im Entwurf benannt, die vor der Verabschiedung nachgebessert werden müssen.

In den kommenden Monaten wird die Apothekenreform durch den Bundestag gehen, die finale Abstimmung ist für Ende April geplant. Statt auf Proteste setzen die Apotheker derzeit auf Verhandlungen, um in letzter Minute noch Änderungen durchzusetzen. Das Ergebnis wird maßgeblich prägen, wie Apotheken in einem zunehmend unter Druck geratenen Gesundheitssystem agieren können.

Quelle