Alkoholfreier Wein erobert die ProWein – ein Trend mit Zukunftspotenzial
Henry BraunImmer mehr Winzer konzentrieren sich auf alkoholfreie Weine - Alkoholfreier Wein erobert die ProWein – ein Trend mit Zukunftspotenzial
ProWein-Weinmesse in Düsseldorf eröffnet – alkoholfreier Wein im Aufwind
Diese Woche öffnete in Düsseldorf die ProWein, die weltweit führende Weinmesse, die an drei Tagen Zehntausende Besucher anzieht. Ein besonderer Trend steht dabei im Fokus: alkoholfreier Wein. Immer mehr deutsche Weingüter erweitern ihr Sortiment um alkoholfreie Varianten – ein Zeichen für den Wandel im Konsumverhalten der Verbraucher.
Deutschland verbraucht jährlich rund 1,5 Milliarden Liter Wein, was einem Pro-Kopf-Verbrauch von durchschnittlich 21,5 Litern bei Personen ab 16 Jahren entspricht. Doch die Nachfrage nach alkoholfreien Alternativen steigt rasant. Im vergangenen Jahr kletterten die Verkäufe von alkoholfreiem Wein um 25 Prozent, während 44 Prozent mehr Haushalte als noch 2022 zu diesen Produkten griffen. Die Weine, die höchstens 0,5 Prozent Alkohol enthalten, machen mittlerweile etwa zwei Prozent des Gesamtumsatzes der Branche aus.
Treiber dieser Entwicklung sind verbesserte Geschmacksqualität und eine größere Auswahl. Bei der MUNDUS VINI Spring Tasting 2026 bewerteten Fachjuroren 350 alkoholfreie Weine aus über zehn Ländern. Spanien führte mit 62 Auszeichnungen, gefolgt von Erzeugern aus Frankreich, Italien, der Schweiz und Deutschland. Viele dieser Weine sind nun auf der ProWein zu sehen – ein Beleg für das globale Wachstum dieser Kategorie.
Die deutsche Weinbranche passt sich dem Trend an: Mittlerweile bietet jedes dritte Weingut alkoholfreie Optionen an, deutlich mehr als in den Vorjahren. Auf den rund 100.000 Hektar Rebfläche des Landes – zwei Drittel davon in Rheinland-Pfalz – werden zunehmend leichtere, alkoholärmere Weine produziert, um die Nachfrage zu bedienen.
Die ProWein zeigt, wie sich alkoholfreier Wein zu einem festen Bestandteil des deutschen Weinmarkts entwickelt. Mit steigenden Absätzen, besserer Qualität und größerer Verfügbarkeit sind diese Getränke längst keine Nischenprodukte mehr. Der Wandel deutet auf einen nachhaltigen Veränderungsprozess hin – sowohl im privaten Weingenuss als auch auf großen Branchenveranstaltungen.