13 June 2026, 12:11

Aktivistin Martha Root konfrontiert Kulturminister Weimer mit alter Gedichtsammlung Kopfpilz

"Pilzdeckel" für alle

Aktivistin Martha Root konfrontiert Kulturminister Weimer mit alter Gedichtsammlung Kopfpilz

Die Aktivistin Martha Root hat Kulturminister Wolfram Weimer wegen seiner 1986 erschienenen Gedichtsammlung Kopfpilz ins Visier genommen. Sie übergab ein Exemplar an die Deutsche Nationalbibliothek und stellte eine kostenlose digitale Version online. Root bezeichnet die Gedichte als anstößig und wirft Weimer vor, sich nicht mit seinem früheren Werk auseinanderzusetzen.

Im Dezember 2022 infiltrierte Root während des Chaos Communication Congress die rechtsextreme Dating-Plattform White Date. Später kritisierte sie Weimer dafür, linksgerichtete Buchhandlungen von einer Preisverleihung ausgeschlossen zu haben, und warf ihm mögliche Interessenkonflikte in seinen Rollen als Unternehmer und Lobbyist vor.

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Kopfpilz hatte Weimer im Alter von 22 Jahren im Selbstverlag veröffentlicht. Die Sammlung enthält umstrittene Gedichte wie Vorfreude und Unglück, in denen Gewalt und sexuelle Übergriffe beschrieben werden. Root sieht darin Beispiele für eine „Vergewaltigungskultur“ und argumentiert, dass ein Kulturminister auch an seinen eigenen künstlerischen Werken gemessen werden müsse.

Root plant, ein physisches Exemplar von Kopfpilz zu versteigern, um die linke Buchhandelsinitiative Lesen Hilft zu unterstützen. Weimers Ministerium hatte zuvor die vorübergehende Aussetzung des Ausbaus der Deutschen Nationalbibliothek als „Moratorium“ bezeichnet.

Der Streit wirft Fragen zu den Spannungen zwischen Weimers frühem Werk und seiner heutigen Amtsführung auf. Durch Roots Engagement ist Kopfpilz nun einer breiten Öffentlichkeit zugänglich – und entfacht eine Debatte über die Rechenschaftspflicht im öffentlichen Amt. Die Versteigerung und die Online-Publikation sorgen dafür, dass die Gedichte im Fokus bleiben.

Quelle